Ab in den Süden: Der neue Gasteig HP8

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Regina Bruckschlögl

06. Oktober 2021

Gasteig HP8
© Benedikt Feiten / Gasteig München GmbH

Nach langem Ringen, ob und wie der Gasteig saniert werden soll, wird es jetzt langsam ernst. Als erster Schritt sind die Gasteig-Institutionen wie die Münchner Philharmoniker, die Münchner Stadtbibliothek und die Münchner Volkshochschule umgezogen. Und zwar in den Süden der Stadt, ins neu errichtete Gasteig HP8. Am kommenden Wochenende wird dort Eröffnung gefeiert.


Vor einigen Wochen, es war noch Sommer, wurden wir zu einer kleinen Baustellenbesichtigung aufs Gelände des neuen HP8 eingeladen. Überall wurde noch gewerkelt und eine Eröffnung schien weit weg zu sein. Aber jetzt, Anfang Oktober, werden tatsächlich planmäßig erste Besucher:innen ins neue Quartier am großen Stadtbach eingeladen, erste Konzerte werden in der neuen Isarphilharmonie gespielt und die Stadtbibliothek öffnet ihre Bücherschränke. Der Name HP8 hat übrigens nichts mit Harry Potter zu tun, sondern vielmehr mit der Adresse des neuen Interimsquartiers. Das liegt nämlich an der Hans-Preißinger-Straße 8. Gut, hätten wir das auch geklärt.

© Benedikt Feiten / Gasteig München GmbH
Die Halle E beim ersten Testlauf mit Besucher:innen.

Der Geist der alten Trafohalle

Das Interimsgelände wurde rund um eine denkmalgeschützte Trafohalle aus rotem Backstein in Sendling gebaut, der Halle E. Die dient nicht nur als Foyer der Interimsphilharmonie, sondern auch als Quartier der Stadtbibliothek, Ausstellungs- und Eventfläche. Hier finden Besucher:innen außerdem den Infocounter und Ticketverkauf. Beim Umbau wurde Wert darauf gelegt, dass möglichst viele der Original-Features der alten Trafohalle erhalten bleiben. Es weht also auch jetzt, nach dem Umbau, immer noch ein leicht industrieller Geist durch die Halle E, der sich im Gegensatz zum leicht verstaubten Gasteig-Flair in Haidhausen ganz gut anfühlt.

© HGEsch / gmp Architekten
Nur die Bühne ist hell, der Rest schön schwarz.

Die Isarphilharmonie ganz in schwarz

Und gut geht es weiter, denn der Anblick der ganz in schwarz gehaltenen Isarphilharmonie hat zumindest uns durchaus beeindruckt. Rund um die bewegbare Bühne ist Platz für 1.900 Besucher:innen, die akustische Gestaltung wurde von dem renommierten japanischen Klangdesigner Yasuhisa Toyota übernommen. Die Bühne wirkt hier deutlich näher als in der Haidhausener Philharmonie, was sicherlich auch daran liegt, dass in der Isarphilharmonie weniger Plätze zur Verfügung stehen. Was uns wahrscheinlich am meisten beeindruckt hat (zur Akustik können wir leider noch nichts sagen), ist die moderne Klarheit des Raums, die im Gegensatz zur roten Opern-Plüschheit in der alten Philharmonie ebenfalls angenehm unprätentiös daher kommt. Die schwarze Verkleidung ist übrigens aus Holz, was der Philharmonie ein gutes Raumklima verschafft.

© Andrea Plücke
Die neue Isarphilharmonie neben der alten Trafohalle, der Halle E.

Neben der Isarphilharmonie gibt es außerdem drei weitere Neubauten für Veranstaltungen: den "Kleinen Saal" für Kammermusik, einen multifunktionalen Veranstaltungssaal "Saal X" und Kursräume der Münchner Volkshochschule. Auch Gastro wird auf dem Gelände zu finden sein.

Falls ihr euch das neue HP8 jetzt selbst gerne anschauen möchtet, fahrt vorbei und stattet zum Beispiel der Stadtbibliothek einen Besuch ab. Als Open Library ist sie täglich von 8:00 Uhr bis 22:00 Uhr geöffnet, auch samstags und sonntags. Oder checkt das Programm der Isarphilharmonie aus, vielleicht ist ja für euch etwas dabei. Oder radelt einfach nur auf einen Kaffee vorbei und entdeckt ein neues Quartier, das dieser Stadt ganz gut tun könnte.

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