Kunst Tipps im April

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Julia Wittmann

06. April 2021

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© Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke / Zentralinstitut für Kunstgeschichte. Foto: Johannes König
Corona konforme Kunst Tipps.

Hard Facts

Da sich die 7-Tage-Inzidenz der Stadt München und die damit einhergehenden Maßnahmen schnell ändern können (und das auch tun), haben wir ein paar Kunst Tipps für den April rausgesucht, die ihr jederzeit besuchen könnt. Nichtsdestotrotz hoffen wir, dass die Zahlen niedrig bleiben und ihr die aktuellen Ausstellungen der Galerien max goelitz und Nir Altman besuchen könnt.


© Poetics of reality (encoded), installation view, 2021, Copyright the artists, Photos: Dirk Tacke

Poetics of reality (encoded)

Laufzeit bis zum 02.06.2021
max goelitz

Die Galerie max goelitz zeigt erstmals Werke der österreichischen Künstlerin Brigitte Kowanz und dem zeitgenössischen Kollektiv Troika in einer Ausstellung. "Poetics of reality (encoded)" bringt die Arbeiten der Künstler:innen in einen bereichernden Dialog, der Parallelen beim experimentellen Umgang mit menschlicher Wahrnehmung, sowie der Übertragung und Vermittlung von Informationen aufzeigt. Die beiden künstlerischen Positionen befragten auf unterschiedliche Art und Weise Formen von Repräsentation innerhalb einer subversiven Auseinandersetzung mit Abstraktion und neuen Bildformeln. In den bunten, kleinteiligen Gemälden, schimmernden Objekten und leuchtenden Schriftzügen lässt sich zudem eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Gesellschaftsthemen wie Klimapolitik und Digitalisierung erkennen.


© Pinakothek der Moderne. Foto: Johannes König

Tolerance Poster Projekt

Laufzeit bis zum 29.04.2021
Kunstareal

Die Neue Sammlung – The Design Museum hat das von Grafikdesigner Mirko Ilić initiierte Tolerance Poster Projekt nach München gebracht. Trotz geschlossener Museen könnt ihr an über zehn verschiedenen Orten des Kunstareals farbintensive Illustrationen zum Thema Toleranz entdecken.  Seit 2017 bittet der Grafikdesigner weitere Gestalter:innen ein Plakat zu diesem Thema zu entwerfen. Die einzige Bedingung ist, dass auf dem Plakat das Wort “Toleranz” in der jeweiligen Landessprache zu lesen sein muss. Inzwischen haben sich insgesamt 169 Gestalter:innen an dem Projekt beteiligt, das seinen Weg nach 64 Stationen in 27 Ländern nun ins Kunstareal gefunden hat. Hier findet ihr einen Lageplan der frei und kostenlos zugänglichen Plakate. Ein Spaziergang durch das Kunstareal lohnt sich aktuell trotz geschlossener Museen.


© Gabe

Gabe Walk by Exhibition

Laufzeit bis 25.04.2021
Fraunhoferstraße 32, 80469 München

Der Münchner Grafikkünstler Gabe übt in seiner Walk-by-Ausstellung “In this Together” Kritik an der mangelnden Unterstützung der deutschen Kunst- und Kulturszene, dem Einzelgängertum und Egoismus in dieser Krisenzeit. In den letzten Monaten hat sich gezeigt, dass eben nicht alle im selben Boot sitzen. In seinen großformatigen Grafiken zelebriert Gabe stattdessen den Wert des Zusammenhalts und der Gemeinschaft. Die fünf Murals, die ihr in der Frauenhoferstraße 32 entdecken könnt, sind in Zusammenarbeit mit fünf lokalen Künstler:innen entstanden. Aus gemeinsamen Gesprächen mit Linda Nübling, Jessica Detter, Annette Granados Hughes, Louis André Renaud und Sani kreierte Gabe breite Farbflächen, die sich zu einer reduzierten Gegenständlichkeit zusammenfügen.


IN FLUX | Maxine Weiss & Ömer Kaplan

Laufzeit vom 06. bis 17.04.2021, täglich 16-21 Uhr
Köşk

"IN FLUX" ist die Weiterführung der Ausstellung "IN LIMBO", die Maxine Weiss und Ömer Kaplan bereits Ende 2020 im Köşk gezeigt haben. Diesmal greifen die Künstler:innen die Instabilität der Zeit auf und werden sich für die Dauer der Ausstellung in einen prozesshaften Schwebezustand begeben. Im Laufe von "IN FLUX" unterliegen die Arbeiten von Weiss und Kaplan einer konstanten Veränderung und werden fortlaufend erweitert. Im ständigen Austausch und Wandel entziehen sich ihre Arbeiten einer bewussten Autorenschaft und verdeutlichen ein Gefühl von ständiger Unstetigkeit. Ein Geflecht von Ideen und Werken entsteht, das ihr entweder von außen durch die Schaufenster des Kösks einsehen, oder nach Terminvereinbarung auch im Innenraum entdecken könnt - je nach Inzidenz in München. Hier könnt ihr euch für einen Time Slot anmelden. 


SUPER MARKT-FRISCHE LIEFERUNG

Laufzeit vom 08. bis 15.04.2021
Rewe Premium Fünf Höfe

Während Museen, Galerien und Ausstellungsräume bei einer Inzidenz über 100 schließen, bleiben unverzichtbare Ladengeschäfte des täglichen Bedarfs geöffnet. Vom 8. bis zum 15. April könnt ihr unabhängig von jeglicher Inzidenz Kunst sehen (und kaufen), da die Werke in einem Supermarkt ausgestellt werden und damit automatisch als systemrelevant gelten. Auch wenn die Intention hinter dem "SUPER mARkT" eine andere war, ist das Projekt indirekt eine kritische Antwort auf den Stellenwert von Kunst und Kultur innerhalb der Coronakrise. Rewe Premium in den Fünf Höfen zeigt eine Woche lang Kunstwerke von 20 etablierten und jungen Künstler:innen, deren Verkauf den Studierenden der Münchner Akademie zugutekommt. Im Kräuterregal steht eine Arbeit von Gregor Hildebrandt, in der Obsttheke findet ihr eine Skulptur von Alicja Kwade und zwischen den Küchenrollen hat Esther Zahel etwas platziert. Euch erwarten Malereien, Skulpturen, Video- und Soundarbeiten sowie Rauminstallationen inmitten zahlreicher Konsumgüter des täglichen Bedarfs. 


© Courtesy of the artists and Nir Altman, Munich

Wallwerk

Laufzeit bis 17.04.2021
Nir Altman

Der Titel der Ausstellung “Wallwerk” bezieht sich auf den Münchner Astronomen und Urologen Franz von Paula Gruithuisen, der 1822 zu der Überzeugung gelangt ist, dass auf der Nordseite des Mondes eine Stadt namens Wallwerk existiert. Durch ein Brechungsteleskop glaubte er Mauern, Festungen und Straßen zu erkennen, die er für fortgeschrittenes Leben auf dem Mond hielt. Zudem vertrat er die Ansicht, dass die Krater des Mondes durch starke Kräfte, wie Meteoriteneinschläge, verursacht wurden. In der Ausstellung der Galerie Nir Altman dienten die Überlegungen des kontroversen Astronomen als Überbau unter dem sich die Arbeiten von Josephine Baker, Brittni Ann Harvey und Cole Lu zusammenfinden. Die Werke, die sich alle in den überschneidenden Bereichen zwischen Skulptur, Zeichnung und Malerei bewegen, sind ebenso fantasie- und kraftvoll wie Franz von Paula Gruithuisens Theorien. Falls die Galerie aufgrund von Corona Maßnahmen geschlossen ist, könnt ihr zumindest durch die großen Schaufenster spänen.

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