Kunst-Tipps im Januar

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Julia Wittmann

10. Januar 2022

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© Foto/photo: Gunnar Gustafsson, Staatliche Graphische Sammlung München © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Wir hoffen ihr seid gut ins neue Jahr gestartet. Falls einer eurer guten Vorsätze lautet mehr Kunst und Kultur in euren Alltag zu integrieren, haben wir ein paar Tipps für den Januar! Im Kunstverein eröffnet eine Einzelausstellung mit Yalda Afsah, das Architekturmuseum beschäftigt sich mit Obdachlosigkeit und in der Kunsthalle München könnt ihr euch in fantastische Welten träumen. Mit 2G+ könnt ihr euch sicher durch die Ausstellungsräume bewegen und wer geboostert ist muss sich nicht mal mehr testen – noch einfacher!


© Videostills: Yalda Afsah, SSRC, 2022. Courtesy die Künstlerin.

Y​​alda Afsah | Every word was once an animal

Eröffnung: Freitag, 14. Januar 2022
Laufzeit 15. Januar bis 3. April 2022
Kunstverein München e.V.

Der Kunstverein München präsentiert mit "Every word was once an animal" die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin Yalda Afsah. Zu sehen sind Arbeiten aus über fünf Jahren, die Fragen von Macht, Fürsorge und Kontrolle in Bezug auf verschiedene Formen von Domestizierung ins Zentrum stellen. Anhand von drei Beispielen – dem Stierkampf, der Pferdedressur und der Taubenflugkunst – werden in der Ausstellung die oftmals verschwommenen Grenzen zwischen Pflege, Zuwendung und Identifikation mit Tieren auf der einen, und Disziplin, Unterwerfung und menschlicher Dominanz auf der anderen Seite in den Blick genommen. Gerade während der Pandemie hat sich unser Verhältnis zur Natur neu justiert, neue Konzepte des Miteinanders entstehen.


THE CAST WHALE PROJECT | GIL SHACHAR

Laufzeit bis 27. Februar 2022 
Pinakothek der Moderne

Von der Küste Südafrikas nach München – in der Pinakothek der Moderne ist ein Wal gestrandet! Ihr habt richtig gelesen, ein Wal. In der Rotunde des Museum ist zur Zeit das “The Cast Whale Projekt” von Gil Shachar zu sehen. Der Künstler und sein Team formten einen an der Küste Südafrikas gestrandeten Buckelwal ab, um anschließend in einem aufwendigen Arbeitsprozess über mehrere Wochen eine Wal-Skulptur abzugießen. Das einzigartige Projekt lässt die Besucher:innen über die Größe und Anmut des Tieres staunen, das sie komplett einmal umwandern können. Die Arbeit von Gil Shachar ist die erste von vier künstlerischen Interventionen, die die Graphische Sammlung München dieses Jahr in der Rotunde platzieren wird. Wir sind gespannt, was noch kommen wird.


Mary-Audrey Ramirez BKEEPR´S Garden

Laufzeit bis 21. Januar 2022
beacon

Mary-Audrey Ramirez Einzelausstellung “BKEEPRs Garten” ist noch bis zum 21. Januar 2022 in der Galerie beacon zu sehen. Dort hängen schwarz glänzende Kreaturen von der Decke und räkeln sich am Boden des Ausstellungsraumes. Die auf Blumenerde gebetteten den Insekten ähnelnden Skulpturen bewegen sich zwischen Natürlichem und Künstlichem, zwischen einer analogen und digitalen Welt. Im gut von außen einsehbaren Galerieraum sind zudem zwei leuchtende, orange Sicherheitsjacken an der Wand zu entdecken, die den Betrachtenden einen Hinweis auf die Gatekeeper des “BKEEPRs Garten” geben – die beacon Galerie bringt frischen Schwung in die Münchner Kunstszene!


© René Magritte (1898–1967) Die Rache, 1938 oder 1939 47 × 35 cm, Aquarell auf Papier Königliches Museum für Schöne Künste Antwerpen © René Magritte, VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Ch. Herscovici, Sammlung KMSKA – Flämische Gemeinschaft, Foto: Hugo Maertens

Fantastisch Real | Belgische Moderne von Ensor bis Magritte 

Laufzeit bis 6. März 2022
Kunsthalle München

Wer sich in fantastische Welten träumen will, ist in der Kunsthalle München genau richtig. Die aktuelle Ausstellung zeigt rund 130 Meisterwerke der belgischen Moderne aus der Zeit von 1860 bis 1960, die die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit ausloten. Anhand von zahlreichen Gemälden, Grafiken und Skulpturen wird der Weg der belgischen Kunst von realistischen Szenen über die fantastischen Maskeraden James Ensors bis zu den surrealen Welten von Paul Delvaux und René Magritte dargelegt. Neben den großen Namen sind jedoch auch in Deutschland weniger bekannte Künstler:innen zu entdecken, die die Ausstellung mit ihren Werken bereichern. Die Ausstellung ist übrigens eine Kooperation mit dem Königlichen Museum für Schöne Künste Antwerpen, aus dem der Großteil der Leihgaben stammt. Nur aufgrund der derzeitigen Sanierung des Museums können die Highlights aus der Sammlung der Moderne in der Kunsthalle München zu sehen sein.


© © Fanny Allié
The Glowing Homeless, Greenpoint, Brooklyn, 2011 Neonskulptur der Künstlerin Fanny Allié, die sich mit der Unsichtbarkeit und Ent- menschlichung von Obdach- losen in New York City ausei- nandersetzt.

Who’s next? 

Laufzeit bis 6. Februar 2022
Architekturmuseum in der Pinakothek der Moderne 

Im Architekturmuseum erwartet euch eine Ausstellung über Obdachlosigkeit, Architektur und die Stadt. Mit der Frage “Who’s next?” eröffnet die Ausstellung einen Diskurs über ein Thema, das oftmals keinen Platz im gesellschaftlichen Diskurs findet. Gerade während der der Corona-Krise hat sich die Situation der Obdachlosigkeit weltweit zugespitzt und die soziale Gruppe der Obdachlosen gehört zu den ungeschütztesten Mitgliedern unserer Gesellschaften. Dabei sollte Obdachlosigkeit nicht als eine individuelle Tragödie, sondern als ein Problem der Gesellschaft gesehen werden, gegen das mit systematischen Lösungen vorgegangen werden müsste. Neben einer Analyse globaler Statistiken und deren sozial-politischer Hintergründe wird die Krise der Wohnungslosigkeit in Städten wie Tokyo, Mumbai, New York und Los Angeles in der Ausstellung betrachtet. Zusätzlich sind auch historische und zeitgenössischer Architekturprojekte zur dauerhaften Wiedereingliederung von Obdachlosen zu sehen.

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