Kunst Tipps im Juli

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Julia Wittmann

14. Juli 2021

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© Pablo Lauf

Die regnerischen Sommertage könnt ihr euch einfach in einer der neuen Ausstellungen vertreiben. In der Pinakothek der Moderne findet ab Ende Juli jeden Sonntag eine partizipative Performance statt, die Wahrnehmung von Kunst wird hinterfragt und Beuys Arbeiten strahlen in die ganze Stadt aus. Zudem ist der BNKR mit neuer Kunst zurück, im Kunstverein München könnt ihr etwas über die Geschichte der Stadt lernen und in der PLATFORM wird das Zusammenspiel von Kunst und Demokratie untersucht.


© Joseph Beuys Foto: Erich Puls / Klaus Lamberty

Ich strahle aus. 100 Jahre Joseph Beuys

Laufzeit bis 10.10.2021
Ganz München

Ich bin ein Sender. Ich strahle aus. - Joseph Beuys

2021 ist das Beuys Jahr. Zahlreiche Museen in Deutschland und weltweit würdigen dem Aktionskünstler eine Sonderausstellung, so auch die Pinakothek der Moderne. Für die Ausstellung müsst ihr jedoch nicht ins Museum – die Kunst versteckt sich in der ganzen Stadt. Anlässlich Joseph Beuys 100. Jubiläums lassen die Kurator:innen Tatjana Schäfer und Bernhard Schwenk 10 seiner Multiples an 7 verschiedenen Orten in München ausstrahlen. Das Konzept der Ausstellung lenkt euch weg von einer Heroisierung der historischen Person hin zu einer Neubetrachtung seiner Ideen. Ob ihr gezielt möglichst viele Multiples an einem Tag besuchen oder euch immer wieder an den Künstler und seine Werke annähern möchtet, bleibt euch überlassen. 8 der 10 Arbeiten könnt ihr ab sofort entdecken, ein Ort wird erst ab dem 20. August zugänglich sein. Hier findet ihr einen Überblick über die Standorte.


Auf Fassaden schauen oder Die vierte Wand der dritten Pädagogin

Laufzeit bis 20. August 2021
Kunstverein München

Im Kunstverein München erinnert die Künstlerin Maximiliane Baumgartner an einen vergessenen Teil der Münchner Geschichte. In ihren flüchtigen Malereien auf Alu Dibond skizziert sie Fragmente eines Gebäudes, das sich in unmittelbarer Nähe zum Kunstverein befand und Ende des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle im Kampf für Frauenrechte spielte. Es handelt sich um das Hof-Atelier Elvira, das 1889 im Auftrag der Frauenrechtsaktivistinnen Anita Augspurg und Sophia Goudstikker erbaut wurde. Die damals ungewöhnliche Architektur stach durch ein dynamisches Ornament im Stil des Jugendstils hervor, welches 1937 von den Nationalsozialisten entfernt wurde. Die Fassade und Geschichte der Auftraggeberinnen finden sich nun in den Räumen des Kunstvereins wieder.


© Slavs and Tatars Hi,Brow! 2021 Courtesy of the artists and Kraupa Tuskany Zeidler

„Hi, Brow!“ | Performance von Slavs and Tatars zum Jubiläum von PIN. Young Circle

Laufzeit von 25. Juli bis 28. November 2021, jeden Sonntag 13:00 bis 17:00 Uhr
Pinakothek der Moderne

Zwischen dem 25. Juli und 28. November 2021 könnt ihr jeden Sonntag von 13:00 bis 17:00 Uhr die neue Performance “Hi, Brow!” des internationalen Künstlerkollektivs Slavs and Tatars in der Pinakothek der Moderne sehen. Das 2006 gegründete Kollektiv verhandelt in vielen Werken das Thema Kulturtransfer zwischen dem Westen und Eurasien. Bei dieser neuen, partizipativen Arbeit steht - wie der Titel schon vermuten lässt - die Augenbraue im Mittelpunkt. Slavs and Tatars lädt euch dazu ein, sich von einem:r Kosmetiker:in eine Mono-Augenbraue, wie sie beispielsweise Frida Kahlo charakterisierte, temporär aufmalen zu lassen. Gesellschaftlich ist die Mono-Augenbraue in westlich geprägten Ländern verpönt, in anderen Kulturen dagegen verehrt.


© Andreas von Weizsäcker, Contrade dell’arte, 2003 Kunstquartiere Büttenpapierabformung, 2012 erworben aus Mitteln des Museumsfonds der Hypo-Kulturstiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Foto: Pablo Lauf

LOOK AT THIS

Laufzeit bis zum 19. September 2021
Pinakothek der Moderne

Wie blickt ein Kurator aus einem nicht-westlich geprägten Land auf die Pinakothek der Moderne und ihre Sammlung? Gast-Kurator Folakunle Oshun aus Lagos hat zusammen mit Bernhard Schwenk einen kritischen Blick auf die vielfältigen Beziehungen zwischen Kunstwerk, Publikum, Raum und Institution geworfen. Herausgekommen ist eine farblich zurückhaltende und inhaltlich aussagekräftige Ausstellung, die die Wahrnehmung von Kunst gekonnt hinterfragt. Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf das erste im Raum zu sehende Werk LOOK AT THIS von David Shrigley. Insgesamt sind 24 Arbeiten von internationalen und regionalen Künstler:innen zu sehen u. a. Kristina Buch, Magdalena Jetelová, Victor Leguy, Nam June Paik, Gerhard Richter und Andreas von Weizsäcker.


© Özgür Kar It is all in his head, 2020, Two 4K videos with sound, 20ʼ (loop), Two 75” TVs, TV stands, Media players, Cord-reel. Courtesy der Künstler und Edouard Montassut, Paris. „The Architecture of Confinement“ (19.06.-17.10.21), BNKR München. Fotografie: Dominik Gigler

The Architecture of Confinement

Laufzeit bis 17. Oktober 2021
BNKR – current reflections on art and architecture

Nachdem es lange still war im BNKR könnt ihr euch über den zweiten Teil der Ausstellungs-Trilogie „The Architecture of“, kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath freuen. Zu sehen sind künstlerische Positionen an der Schnittstelle von Kunst und Architektur, die sich an die wechselhafte Geschichte des Ausstellungsgebäudes beziehen, einem Hochbunker im Norden Münchens. Der neu eröffnete zweite Teil „The Architecture of Confinement“ legt den Fokus auf die die Nutzung des Gebäudes als Internierungslager während der Entnazifizierungspolitik von 1945 bis 1948. Die Werke von Nadia Kaabi-Linke, Özgür Kar, Mona Hatoum, Joanna Piotrowska, Ramzi Ben Sliman und Annika Kahrs widmen sich dem Gefangensein, der Isolation und Abhängigkeiten. 


© State of Emergency, 2006, Photo © NOH Suntag

Art 5

Vernissage 21. Juli 2021, 19 Uhr
Laufzeit 22. Juli bis 15. September 2021
PLATFORM; super+CENTERCOURT

Der Titel der Ausstellungsreihe Art 5 setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Kunst und dem 5. Artikel im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, der u.a. die Kunstfreiheit garantiert. Der Art 5 e.V. bringt mit seiner Ausstellungsreihe in der PLATFORM, im super+CENTERCOURT und im öffentlichen Raum Münchens künstlerische Positionen, die sich mit der Beziehung zwischen demokratischen Prozessen und Kunstfreiheit auseinandersetzen, zusammen. Zu sehen sind Arbeiten aus Südkorea, Japan und Europa, die sich auf ganz München verteilt mit den Potenzialen und Herausforderungen an der Schnittstelle von politischem und künstlerischem Handeln beschäftigen. Die ganze Reihe wird am 21. Juli in der PLATFORM eröffnet. Zeitgleich wird auch der super+CENTERCOURT bespielt, die weiteren Standorte im öffentlichen Raum werden ab September realisiert.

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