Kunst-Tipps im Juni

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Julia Wittmann

05. Juni 2022

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© Carsten Nicolai, Photo: Maximilian Geuter

Auch der Juni hat wieder einiges zu bieten und alle Freund:innen der Kunst können sich über neue spannende Ausstellungen freuen: Im Museum Brandhorst wird die Verbindung von Körper und Technologie untersucht, während Laura Leppert im MaximiliansForum den Tagebau vor die Linse nimmt. Das Haus der Kunst eröffnet mit dem Kunstverein München ein gemeinsames Ausstellungsprojekt mit Tony Cokes und Monica Bonvicini ist zu Besuch in der Alexander Tutsek Stiftung. Alle Tipps findet ihr hier:


© Foto: Elisabeth Greil, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München
Installationsansicht „Future Bodies from a Recent Past – Skulptur, Technologie, Körper seit den 1950er-Jahren“ im Museum Brandhorst Mark Leckey, UniAddDumThs „MAN“, 2014–fortlaufend Mark Leckey.

Future Bodies from a Recent Past | Skulptur, Technologie, Körper seit den 1950er-Jahren

Laufzeit bis 15. Januar 2023
Museum Brandhorst

Im Museum Brandhorst wird auf zwei Etagen einem Phänomen der zeitgenössischen Kunst nachgegangen: die wechselseitige Durchdringung von Körper und Technologie. Die Kuratorinnen Patrizia Dander und Franziska Linhardt haben über 100 Werke und mehrere raumgreifende Installationen von rund 60 Künstler:innen versammelt, die sich inhaltlich mit unserer technologisierten und vernetzten Gegenwart auseinandersetzen. Inhaltlich bewegen sich die Arbeiten in einem breiten Spektrum von Zukunftseuphorie bis kritischer Distanznahme. Im Fokus steht die Beschäftigung mit neuen Technologien, die gleichermaßen Mittel der Emanzipation wie der Überwachung und (Fremd-)Steuerung sein können und das Verständnis von Körpern zutiefst beeinflussen. Wie sich diese Einflussnahme seit den 1950er Jahren in der skulpturalen Kunst widerspiegelt, könnt ihr ab sofort in der neuen Ausstellung entdecken.


© Courtesy der Künstler und Greene Naftali, New York.
Video still : Tony Cokes, Ad Vice , 1999 .

Tony Cokes | Fragments, or just Moments

Eröffnung am 09. Juni, 18 Uhr
Laufzeit 10. Juni bis 11. September 2022
Kunstverein München & Haus der Kunst

Der Kunstverein München und das Haus der Kunst nutzen erstmals ihre unmittelbare räumliche Nähe und kreieren zusammen eine Ausstellung, die sich auf beide Häuser und den sich dazwischen befindlichen Stadtraum erstreckt. Die erste institutionelle Einzelausstellung des US-amerikanischen Künstlers Tony Cokes in Deutschland markiert damit zugleich die erste umfassende Zusammenarbeit der beiden Institutionen. Tony Cokes untersucht in seinen monochromen Videoessays die Affektpolitik von Medien und Popkultur sowie ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Für die Ausstellung in München hat der Künstler mehrere neue Arbeiten entwickelt, sich spezifisch mit der Geschichte der beiden Ausstellungsorte auseinandergesetzt. Dabei spielen die Olympischen Spiele 1972 ebenso eine Rolle wie die "Große Deutsche Kunstausstellung" von 1937.


© Courtesy Monica Bonvicini & Galerie Peter Kilchmann, Zürich , Foto: Sebastian Schaub
Monica Bonvicini In My Hand, 2019 Glas, Metall 35 x 20 x 20 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Monica Bonvicini: Fleurs du Mal – Zum Verhältnis der Geschlechter

Künstlerinnengespräch verlegt auf den 20. Juli 2022, 19 Uhr
Alexander Tutsek Stiftung

In der historischen Jugendstilvilla der Alexander Tutsek Stiftung findet nun am 20. Juli ein Künstlerinnengespräch zwischen der Künstlerin Monica Bonvicini und der Kuratorin Dr. Petra Giloy-Hirtz statt. Mit ihren sehr ästhetischen und klugen Arbeiten untersucht Monica Bonvicini die Mechanismen von Macht und setzt sich dabei kritisch mit dem Erbe der männlich dominierten Moderne auseinander. Ihre Arbeiten sind Teil der aktuellen Ausstellung „WIDE OPEN. INS OFFENE – Zeitgenössische Fotografie & Skulptur aus Glas“, die in der Villa und der neu eröffneten BlackBox zu sehen sind.


© Foto: Barbara Hartmann Tumba

Laura Leppert | Possession

Screening-Abend am 22. Juni 2022
Laufzeit bis 24. Juli 2022
MaximiliansForum

In der Unterführung vom MaximiliansForum könnt ihr noch bis zum 24. Juli eine großformatige Zwei-Kanal-Installation der Münchner Künstlerin Laura Leppert bestaunen. Die Arbeit setzt sich aus dokumentarischen Landschaftspanoramen, fiktiven Filmszenen, analogen Spezialeffekten und einem Voiceover aus Texten der Künstlerin zusammen. Die filmischen Aufnahmen entstanden in den Tagebaufeldern des Ruhrgebiets, in den umliegenden Geisterdörfern und Abraumhalden und den Karsthöhlen der Ostslowakei. Der Titel der Ausstellung "Possession" verweist auf den schmalen Grad zwischen Besitz und Besessenheit in der Beziehung des Menschen zur Natur. Die Künstlerin hinterfragt dabei, inwiefern wir das Land, seine Bodenschätzen und Relikte besitzen oder wir wiederum von ihnen besessen werden.


© Photo: Maximilian Geuter
Carsten Nicolai. transmitter / receiver – the machine and the gardener Installationsansicht / Installation view Haus der Kunst, 2022

Carsten Nicolai. transmitter / receiver – the machine and the gardener

Laufzeit bis 17. Juli 2022
Haus der Kunst

Im Haus der Kunst ist aktuell wirklich einiges los, fast jede Woche findet eine andere Eröffnung statt! Das finden wir natürlich super: Neben Tony Cokes könnt ihr euch über eine weitere atmosphärische Installation von Carsten Nicolai freuen, der es schafft, in seinen raumgreifenden Medieninstallationen die Disziplinen Musik, Kunst und Wissenschaft zu vereinen. Die multi-sensorische Klanglandschaft "transmitter / receiver – the machine and the gardener” wurde eigens für das Haus der Kunst entwickelt und ist von Zen-Gärten inspiriert. Die Besucher:innen tauchen in den Klang kosmischen Rauschens und einen sich ständig verändernden Lichthorizont ein, die von unterschiedlichen Parametern beeinflusst werden.


© Astrid Jahnsen
Astrid Jahnsen (PER *1972) aus der Serie: On your knees, 2017 (Print: 2021) Tintenstrahldruck auf Papier, kaschiert auf Aluminiumverbundplatte, 44,2 x 65 cm (Blattmaß), 2021 von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. erworben

ASTRID JAHNSEN – ON YOUR KNEES

Laufzeit bis 25. September 2022
Pinakothek der Moderne

Die höchst feinsinnigen Nahaufnahmen von Astrid Jahnsen legen einen Fokus auf Frauen – Frauen die als Protagonist:innen in pornografischen Fotografien aus den 1950er bis 1990er Jahren fungieren. 2017 erwirbt die Künstlerin ein Set aus 82 handgefertigten Erotikheften, die zum Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Auseinandersetzung für das Projekt ON YOUR KNEES wurden. Jahnsen durchkreuzt den vorherrschenden männlichen Blick, der die Frauen einst sexualisierte und objektifizierte, mithilfe einer speziellen Kameraperspektive und setzt den Fokus auf die Blicke der abgebildeten Frauen. Diese jüngste Neuerwerbung wird in der Pinakothek der Moderne als raumgreifende Installation präsentiert und zeigt einen aktuellen feministischen Ansatz im Kontext der traditionsreichen Appropriation Art.

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