Kunst-Tipps im Dezember

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Julia Wittmann

01. Dezember 2021

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© Dan Flavin, Ohne Titel (For Ksenija), 1994, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Schenkung Heiner und Philippa Friedrich, New York, im Andenken an ihre Eltern Erika und Harald Friedrich und Dominique und John de Menil, © Estate of Dan Flavin/VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Simone Gänsheimer

Kunst und Kultur ist weiterhin zugänglich, wenn auch nur mit der 2G+ Regel. Das Anstehen für den Schnelltest lohnt sich diesen Monat besonders für die neue Wechselausstellung über John Heartfield im NS-Dokumentationszentrum, die Jahresgaben im Kunstverein München und eine ortsspezifische Intervention im BNKR. Vor Weihnachten gibt es also trotz Beschränkungen noch etwas neue Kunst in München zu entdecken.


© John Heartfield, Krieg und Leichen – Die letzte Hoffnung der Reichen, Doppelseite aus der Arbeiter-Illustrierte-Zeitung, 1932, Nr. 18

John Heartfield. Fotografie plus Dynamit

Laufzeit 02.12.2021 bis 27.02.2021
NS-Dokumentationszentrum

Ausnahmsweise gibt es im NS-Dokuzentrum mal etwas zum schmunzeln. Die neue Wechselausstellung “John Heartfield. Fotografie plus Dynamit” zeigt die politischen Fotomontagen des facettenreichen Künstlers. John Heartfield (1891–1968) ist zu seiner Zeit zu einer Ikonen im Kampf gegen den Nationalsozialismus geworden. Seine polarisierenden und bissigen Motiven, zusammengesetzt aus vorgefundenen Pressebildern, Propaganda Aufnahmen und inszenierten Fotografien, haben nichts an ihrer Aktualität eingebüsst - im Gegenteil. Die mit ironischen Kommentaren versehenen Collagen zeigen ihre Wirkung im Wechselspiel mit der Dauerausstellung des NS-Dokuzentrums besonders stark. Zusätzlich widmet sich eine in die Ausstellung integrierte Videoinstallation „Wer Leidet der Schneidet/Wer Schneidet der Leidet“ (2019) von Marcel Odenbach der besonderen Künstlerpersönlichkeit.


© Julia Klemm, Untitled 1 , 2021. Courtesy die Künstlerin

Jahresgaben 2021

Laufzeit 03. bis 12. Dezember 2021
Kunstverein München

Die jährlichen Jahresgaben des Kunstverein Münchens finden wieder pünktlich vor Weihnachten statt. Die Tradition reicht bis zur Gründung des Kunstvereins im Jahr 1823 zurück, als die Mitglieder alljährlich im Rahmen ihrer Mitgliedschaft einen Druck erhielten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine Gruppenausstellung mit zahlreichen Werken von zumeist in München lebenden Künstler:innen. Die Mitglieder haben dabei die Möglichkeit Arbeiten zu besonderen (verhältnismäßig günstigen) Preisen zu erwerben und damit die Kunstschaffenden wie auch den Kunstverein zu unterstützen. Nicht-Mitglieder können sich über die breite Vielfalt der Münchner Kunstszene freuen. Es ist übrigens möglich, auch erst beim Kauf einer Jahresgabe Mitglied zu werden.

Der Kauf ist ab Freitag, den 3. Dezember um 18 Uhr bis zum 12. Dezember online oder telefonisch möglich. Zusätzlich gibt es die Option ab dem 1. Dezember die Arbeiten nach Vereinbarung eines Termins vor Ort anzusehen und sich beraten zu lassen.


Adventskalender im Kunstareal

Laufzeit 01. bis 24. Dezember
Kunstareal

Für die nächsten 24 Tage könnt ihr euch über den Adventskalender des Kunstareals auf Instagram freuen. Dort wird täglich ein Hinweis gepostet, an welchem Ort im Kunstareal sich das nächste Türchen versteckt. Vor dem NS-Dokuzentrum? Hinter der Alten Pinakothek? oder doch an der TU? Findet es heraus und freut euch über eine kleine Überraschung vor Ort.


© Dana Awartani (2017), ‘I went away and forgot you. A while ago I remembered. I remembered I’d forgotten you. I was dreaming.’ Videoinstallation, 22 Min. Courtesy die Künstlerin und ATHR, Jeddah. Andrea Zittel (2020), ‚Panels and Portals‘ (5 verschiedene Werke aus der Serie). Courtesy die Künstlerin und Sprüth Magers, Berlin, London, Los Angeles. / „The Architecture of Transformation“ (04.12.21 – 29.05.22), BNKR München. Kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath, artReoriented. Fotografie: Dominik Gigler.

The Architecture of Transformation

Laufzeit 02.12.2021 bis 29.05.2021
BNKR

Der dritte und letzte Teil der Trilogie mit dem Titel "The Architecture of Transformation" im BNKR wurde vom Umbau des ehemaligen Hochbunkers inspiriert und betrachtet diese architektonische Transformation im Kontext breiterer gesellschaftlicher Diskurse. Vor Ort erwartet euch eine Intervention des belgischen Architekten und Künstlers Olivier Goethals, der architektonische Merkmale in den Ausstellungsräumen modifiziert. Zudem sind Arbeiten von der amerikanische Bildhauerin und Installationskünstlerin Andrea Zittel, der französisch-dänischen Künstlerin Eva Nielsen, des kanadischen Künstlers Jeremy Shaw, der palästinensisch-saudischen Künstlerin Dana Awartani sowie der Schweizer Künstlerin Hannah Weinberger zu sehen.


© Dan Flavin, Ohne Titel (For Ksenija), 1994, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Schenkung Heiner und Philippa Friedrich, New York, im Andenken an ihre Eltern Erika und Harald Friedrich und Dominique und John de Menil, © Estate of Dan Flavin/VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Simone Gänsheimer

Dan Flavin | Untitled (For Ksenija)

Laufzeit 23. November 2021 bis 30. Januar 2022
Kunstbau (Lenbachhaus)

Dan Flavin entwickelte 1994 eigens für die Eröffnung des unterirdischen Kunstbaus die Installation "Untitled (for Ksenija)", die dort nun erneut zu sehen ist. Seine fortwährende künstlerische Beschäftigung im Spannungsfeld von Lichtkunst und Architektur wird hier auf sehr eindrückliche Weise deutlich. Im Kunstbau bestückte Flavin die vier an der Decke verlaufenden Lichtschienen mit Bändern aus Leuchtstoffröhren in den Farben Grün, Blau, Gelb und Pink. Dieser minimale farbliche Eingriff ändert die Wahrnehmung und Atmosphäre der Räumlichkeiten bereits extrem, ohne jedoch tatsächlich eine architektonische Änderung vorzunehmen.

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