Rollerdance in München

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Regina Bruckschlögl

02. März 2021

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Im Interview mit der Münchner Rollerskaterin Nicole Adamczyk erfahrt ihr Tipps rund um das Rollerdancen.

Hard Facts

80336 München

Spätestens seitdem wir regelmäßig Oumi Janta aus Berlin auf ihren Rollerskates auf Insta bewundern, wächst in uns die große Lust, selbst auf vier Rollen zu stehen und zu tanzen. Aber was bei Oumi so wunderbar leicht aussieht, ist mit sehr viel Übung verbunden. Das weiß auch die Münchner Rollerskaterin Nicole Adamczyk, die als rollin_me_softly auf Insta ihr Können zeigt. Im Interview gibt uns Nicole nicht nur Tipps für die ersten Moves, sondern verrät auch, wo man in München besonders gut Rollerdance bzw. Jamskaten machen kann.


Nicole, was hat dich zum Rollschuhfahren gebracht und wann hast du angefangen?

Damit begonnen hab ich vor rund sechs Jahren als Sommersport und Alternative zum Eislaufen, da ich viele Jahre in einer Eiskunstlauf-Hobbygruppe war. Und da der Sommer zu lang war, bis man wieder aufs Eis konnte, hab ich Rollschuhlaufen ausprobiert. Am Anfang bin ich nur sporadisch gefahren, weil es zum einen erstmal keinen Spaß gemacht hat und zum anderen, weil es damals einfach keine anderen Rollschuhläufer:innen gab und ich allein üben musste.

Aber der Wille war groß und so lief es irgendwann besser und besser. Vor drei Jahren habe ich dann den Rollerdance bzw. das Jamskaten für mich entdeckt. Seitdem ist das Feuer entfacht und ich bin ich so gut wie täglich auf Rollschuhen. Gerne gehe ich auch mal in den Skatepark, auch das macht wahnsinnig viel Spaß. Aber mein Herz schlägt für Rollerdance.

© Nicole Adamczyk
Nicole beim Tanzen auf vier Rollen.

Gibt es Vorbilder, die dich inspirieren?

Vorbilder im Konkreten gibt es nicht. Ich habe meinen eigenen Stil entwickelt und orientiere mich durch unterschiedliche Videos auf Instagram, welche Tricks oder Schritte ich noch üben könnte. Wie ich sie letztendlich umsetze oder kombiniere, das probier ich einfach aus.

Aber auf Veranstaltungen wie der SkateNight in Mainz oder dem Skate Love Festival in Barcelona trifft man – zu nicht Corona-Zeiten – viele Skater:innen aus aller Welt, von denen man lernt und gemeinsam auf Rollschuhen tanzt.

Welche Tipps würdest du Anfänger:innen geben, die gerne mit dem Rollerdancing anfangen würden?

Anfänger:innen gebe ich meist den Tipp, sich nicht zu hohe Ziele zu setzen bzw. nicht mit schwierigen Moves zu beginnen. Es dauert eben. Es sieht alles immer so easy aus, aber das ist es nicht. Wenn man das erste Mal oder die ersten paar Mal auf Rollschuhen steht, merkt man ziemlich schnell: "Oh, hoppla das hatte ich mir anders vorgestellt".

Man muss erst ein Gefühl für die „Rolle" bekommen und die Balance finden, damit man nicht einfach nach hinten kippt. Man benötigt viel viel Geduld und noch mehr Übung. Wer den Ansporn hat, Schritte und Tricks zu lernen, dem würde ich empfehlen, täglich auf die Skates gehen, auch wenn es nur 15 Minuten am Tag sind.

Welches Equipment benötigt man?

Im Grunde genommen reichen einfach Rollschuhe. Wer auf Nummer sicher gehen möchte oder erstmal auch Angst hat, kann sich Knieschoner, Handgelenkschoner und einen Helm zulegen. Es kommt natürlich auch darauf an, was ihr machen möchtet. Denn mit den Rollerskates könnt ihr natürlich auch in den Skatepark gehen und da sind Schoner und Helm natürlich unerlässlich.

© Nicole Adamczyk
Einer der besten Orte für Rollerdance in München: die Theresienwiese.

Gibt es Orte in München, die sich für Anfänger:innen besonders eigenen?

In München könnt ihr aktuell nur Outdoor skaten, denn leider gibt es keine Indoor-Bahn mehr wie damals den Rollpalast. Das ist wahnsinnig schade.

Sehr gut kann man auf der Theresienwiese fahren, dort können sich Skaten:innen das ganze Jahr treffen. Zumindest war das letztes Jahr so, da fiel ja die Wiesn aus. Ansonsten war es immer so, dass wir ab Juli wegen dem Wiesn-Aufbau nicht mehr auf die Theresienwiese konnten. Dann waren wir ausgesperrt. Und einen ähnlich coolen, urbanen Ort zu finden, ist echt schwer. Wir sind dann meist immer so rumgetingelt.

Wenn man dann mal einen guten Ort gefunden hat wie vor dem Patenamt, der BMW Welt oder unter der Donnersberger Brücke, kam immer gleich die Security und hat uns verscheucht. Oder es wurde gleich die Polizei gerufen. Wahnsinn, wir tanzen ja nur!

Ansonsten bieten sich in München abgetaute Eisstadien an. Eines ist das Oststadion in der Staudinger Straße neben dem Michaelibad und ein anderes das Weststadion in der Agnes-Bernauer-Straße neben dem Westbad. Super glatter Boden, man kann sich an der Bande festhalten und ist sehr unbeobachtet – das ist sehr gut für die eher schüchternen Skater:innen. Außerdem kann ich noch den Platz vor der Oper oder die Landebahn in Neubiberg empfehlen.

Wichtig ist generell ein sehr glatter Boden. Denn für Rollschuhe muss der Belag etwas glatter sein als für Inlineskates. Das macht es natürlich auch schwieriger, geeignete Plätze zu finden.

Ein einfacher Move, mit dem man beginnen kann?

Am besten beginnt ihr erstmal, auf Rollschuhen überhaupt zu stehen und einfach vorwärts zu fahren. Wenn das klappt, solltet ihr dringend bremsen üben. Denn das ist auf Rollschuhen gar nicht so einfach. Wenn es dann die ersten Tanzschritte sein sollen, könnt ihr den 2-Step oder den Cross-Step ausprobieren.

Beim 2-Step geht ihr mit den Rollschuhen links-tip, rechts-tip und so weiter und beim Cross-Step müsst ihr zum Beispiel den rechten über den linken Fuß setzten – tip – und dann links über rechts – tip. Und immer schön das Bouncen nicht vergessen. (lacht)

© Nicole Adamczyk

Gibt es in München eine Community, der man sich anschließen kann?

Ja, uns! Ich habe im Herbst den Gruppenaccount munichrollerdancesquad auf Instagram erstellt. Die meisten die jetzt in unserer Gruppe sind, haben mich über meinen Hauptaccount rollin_me_softly erreicht oder über einschlägige Gruppen auf Facebook. Der Gruppenaccount soll, dazu dienen, dass man uns leichter finden und kontaktieren kann.

Danke Nicole, für das Interview.  

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